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Borreliose Selbsthilfe e.V.

Berlin-Brandenburg

Mitglied im Bundesverband Zecken-Krankheiten - BZK

 
Die Prophylaxe und Therapie von Mykosen unter Antibiotika

Fast jeder hat Candidapilze in sich. Sie befinden sich auf der Haut und im Darm. Wenn der Körper geschwächt ist, z.B. durch eine ernste oder chronische Krankheit, großen Stress oder besonders durch längere Antibiotikatherapie, können diese sich explosionsartig vermehren. Wenn das nicht erkannt und nicht behandelt wird, können andere Organe infiziert werden und sich daraus eine Systemmykose entwickeln. Ein schädlicher Pilzbefall wird nicht nur durch Candida albicans verursacht, sondern kann auch von einer Menge anderer Pilzgattungen ausgelöst werden, die nicht weniger gefährlich sind. Gerade bei längeren Antibiosen ist es dringend erforderlich diese möglichst prophylaktisch oder im akuten Stadium auch systemisch zu behandeln. Durch entsprechende Nahrungsempfehlung - viel rohes Gemüse und frisches Obst, sowie Vermeidung von Fleisch, Käse, Kaffee, Alkohol, Pilze und Hefen in der Nahrung und vor allem durch die Reduzierung von Kohlehydraten und Zucker, da Pilze diese zum Wachstum brauchen - kann einer Mykose oft wirkungsvoll vorgebeugt werden.

Zur Vorbeugung bzw. Therapie eignen sich auch z.B. folgende Medikamente: Nystatin ist gegen diverse Pilzorganismen wirksam, wird aber hauptsächlich gegen Candidainfektionen eingesetzt. Empfohlen wird Nystatin zur Behandlung von Hefepilz-infektionen im Mund und im Magen-Darm-Trakt, wofür Nystatin in Form von Suspensionen, Mundgels, Dragees oder Tabletten eingenommen wird. Bei dieser Anwendung liegt keine systemische Behandlung vor, weil Nystatin nicht oder nur in geringsten Mengen aus dem Magen-Darm-Trakt in das Blut übergeht. Der Wirkstoff wird nach einer oralen Verabreichung praktisch unverändert in den Faeces ausgeschieden. Nystatin wirkt nur auf Schleimhäute, zur Behandlung der systemischen Candidainfektion ist Nystatin nicht geeignet.

Ampho-Moronal wird als Suspension bzw. Lutschtabletten zur Therapie von Soorinfektionen der Mundhöhle, Zunge, Lippen, Rachen, intestinalen Candida- Mykosen, sowie durch Hefepilze sekundär infizierte, unspezifische Schleimhauterkrankungen mit Erfolg eingesetzt. Nystatin oder Ampho-Moronal eignen sich auch zur Candidose-Prophylaxe bei längerer Antibiotikatherapie.

Fluconazol: Bei Anzeichen einer Systemcandidose, z.B. zusätzlicher Befall im Genitalbereich oder anderer Organe, sind die o.g. Medikamente für den Mund und Magen-Darm-Trakt nicht mehr ausreichend. Hierfür eignet sich Fluconazol mit dem eine Systemcandidose schnell und hochwirksam behandelt werden kann. Bei Candidosen kann es sich um Systemcandidosen handeln, bei denen innere Organe infiziert sind oder um oberflächliche Candidosen der Schleimhäute. Empfohlen wird Fluconazol zur Behandlung von vaginalen Candidosen, die mit einer lokalen Therapie nicht wirksam zu behandeln sind. Weitere Anwendungen sind Systemcandidosen, Candidosen oberflächlicher Schleimhäute , wie rezidivierende, oropharyngeale u. ösophageale Candidosen, chronisch-atrophische orale Candidosen, nicht-invasive bronchopulmonale Candidosen und Kryptokokken-Meningitis. Der Wirkstoff Fluconazol ist z.B. in Diflucan enthalten, das als Kapseln, Saft oder bei stärkerer Candidose auch als Infusionslösung verabreicht wird. Intravenös verabreicht genügt normal meist eine oder zwei Infusionen um eine Systemcandidose wirksam zu bekämpfen. Bei massiver Candiose hat sich auch häufig eine Einmaldosis Fungata Kapseln (1 Kps. enth.: Fluconazol 150 mg) von der Fa. Mack, das normal für die Behandlung von vaginalen Candidosen, die auf eine lokale Therapie nicht ansprechen, gedacht ist, sehr gut bewährt. (auch für männliche Wesen !)

Da Pilzinfektionen eine häufige Nebenwirkung von Antibiotika sind und allerhand unterschiedlichen Beschwerden verursachen können, die nicht unterschätzt werden sollten, ist eine Prophylaxe bzw. wirksame Therapie bei Infektionen dringendst anzuraten. Die Therapie sollte mit dem Arzt abgestimmt werden, der bei Bedarf auch entsprechende Untersuchungen durch Abstrich, Stuhlprobe ect. veranlassen kann. Die o.g. Medikamente sind alle vom Arzt problemlos verordnungsfähig.

Dietmar Seifert - Februar 2003

Unterstützung der Darmflora

Da durch die Einnahme von Antibiotika nicht nur die schädlichen Bakterien eliminiert, sondern auch die guten, lebenswichtigen Bakterien des Magen-Darm-Traktes stark zurückgedrängt werden, ist es wichtig, die Darmflora wieder aufzubauen.

Es ist nicht in jedem Fall gleich angezeigt, vorbeugend Medikamente einzunehmen. In vielen Fällen genügt die Reduzierung von Zucker und anderen Süßigkeiten. Sehr nützlich kann der Verzehr von Sauermilch, wie z. B. Kefir o. Ä., sowie von probiotischem Joghurt sein.

Als hilfreich hat sich ebenso die tägliche Verwendung von Milchzucker erwiesen. Dieser wird im Darm in Milchsäure umgewandelt; so wird die Bildung unerwünschter Fäulniserreger verhindert und die Tätigkeit der nützlichen Mikroorganismen gefördert. Bei Lactose-Intoleranz nicht verwenden !

Sollte es dennoch zu Durchfällen kommen, sollten Perenterol forte oder Hamadin (Sacharomyces boulardii) und Omniflora (Lactobacillus gasseri) abwechselnd eingenommen werden.

Im Reformhaus gibt es noch als Pulver Lactobacillus acidophilus mit Bifidobacterium.

Hanna Priedemuth - März 2003

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